AG-Treffen 2026/02/04 3D-Massen-Digitalisierung von Keramik

Aus AG3D
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Protokoll vom 04.02.2026, 11:00 Uhr

Neue Mitglieder

  • Roland Clauß – Webseite
  • Berit Hildebrandt (VZG)
  • Florian Hermann (Universität Marburg, Geophysik / Archäologie)

Begrüßung & Informationen zur AG3D

Links & Ressourcen

Werkstattbericht: Michael Rummel

Thema: 3D-Massen-Digitalisierung von Keramik Untertitel: Structure-from-Motion als Methode zur Massendokumentation und Analyse von Keramikscherben – eine Fallstudie zu phönizischem Geschirr

Hintergrund

Ausgangssituation

  • Stromprobleme und Hitze → problematisch für teure Geräte.
  • SfM als kostengünstige, einfache und effektive Alternative.
  • Durchführung auch mit Studierenden und Personen ohne Vorerfahrung möglich.

Aufnahme-Setup

  • Lichtzelt.
  • „Baum“ mit ca. 8–9 Klammern für Keramikfragmente.
  • Feste Marker.
  • Drehteller mit 24 Winkeln.
  • Ca. 13 Minuten pro Baum, zwei Durchgänge pro Baum.
  • Mehrere Stationen parallel.
  • Ca. 120 Scherben pro Tag (mit unerfahrenen Teilnehmenden).

Technische Aspekte

  • Autofokus deaktiviert; einmalige manuelle Fokussierung.
  • Probleme mit Schärfentiefe → Einfluss auf Textur.
  • Zwei Durchgänge: Nach erstem Vorgang werden die Scherben gedreht.
  • Foto-Processing off-site.
  • Software: Metashape, alternativ Meshroom oder RealityCapture.
  • Marker-Auswertung mit Python-Skript (präziser als Lineal-Maßstab).
  • Kein Merging der beiden Seiten notwendig (Fokus auf Morphometrie).
  • Rohdaten werden in Heidelberg FAIR gespeichert.
  • Hoher Infrastrukturbedarf (Rechner, Personal, Speicher, Strom).

Datenverarbeitung & Auswertung

  • Ausrichtung über DACORD, Kontrolle mit Gigamesh.
  • Eigenes Python-Programm zur Vermessung (nicht frei zugänglich).
  • Batchprozess erzeugt:
    • Archäologische Zeichnung
    • Position der Rotationsachse
    • Randneigung
    • Wanddicke
    • Export morphometrischer Daten (CSV)
  • Vergleichsobjekte: 3D-Modelle aus Zeichnungen (simulierte Scherben).
  • Datenbank (MariaDB + PHP-Frontend) soll mit Dissertation veröffentlicht werden.

Vergleichsmethoden

  • Laserprofiler: manuelle Ausrichtung, nur ein Profil.
  • Testreihe:
    • Mehrere Unerfahrene richten per Hand aus (Durchmesser als Proxy).
    • Erfahrene Person richtet ebenfalls per Hand aus.
    • Alle Objekte zusätzlich mit 3D-Ausrichtung & automatischer Vermessung.
  • Ergebnis:
    • Kein Unterschied zwischen erfahrener Person und automatischer Messung.
    • 3D-Modelle jedoch präziser und einheitlicher.

Diskussion & Fragen

  • Entfernung der Klammern:
    • Manuell in 3D herausgeschnitten.
    • Keine schnelle automatische Lösung gefunden.
  • Bildformat:
    • TIF vs. JPG getestet → kein Unterschied in Prozessierungszeit.
    • Hohe Qualität führte teils zu Segmentierungsproblemen.
    • Agisoft-Algorithmus als „Blackbox“, Wunsch nach Alternativen.
  • Fokus-Stacking: bisher unbekannt, nicht getestet.
  • Magnet-Ausrichtung:
    • Verhältnis 1/3 zu 2/3.
    • Stabmagnet mit Target, 80 cm Abstand.
    • Magnetismus selbst unerheblich.
  • Idee: Gestell mit drei Kameras gleichzeitig → Kostenfaktor.
  • Anzahl Scherben pro Baum:
    • Standard: 8.
    • Kleine Fragmente: bis 10–12 möglich.
    • Zu viele Objekte → Überlappungen.
  • Test weiterer Kamerasysteme:
    • Micro Four Thirds (MFT)
    • APS-C

Offene Runde

(keine Punkte protokolliert)

Sonstiges

(keine Punkte protokolliert)

Chat

(keine Einträge protokolliert)